Wie kann man WhatsApp oder Facebook auf dem Handy nutzen?

Wer professionelles Online Marketing betreibt – oder in einer Firma dafür verantwortlich ist -, kommt kaum an Facebook, WhatsApp und anderen sozialen Netzen vorbei. Für direkte Umsätze sind sie zwar mE nicht gut geeignet aber eine große Anzahl der Benutzer erwartet einfach die Präsenz eines Unternehmens in den sozialen Medien. Das normale Firmenhandy zu nutzen, erscheint mit als keine Lösungsmöglichkeit. Immerhin werden sensible Daten und Firmenkontakte sowohl von WhatsApp, als auch der Facebook App ausgelesen und die geht es nun wirklich nichts an, wer zu Kunden, Lieferanten oder allgemein Geschäftsbeziehungen zählt. Die private Nutzung der Dienste mag ich auch nicht so recht, weil gerade im Online Marketing Bekannte und Freunde durchaus zu Geschäftspartnern zählen können.

Also ist ein Lösungsansatz, ein zusätzliches Smartphone ausschießlich fürs Online Marketing und darin enthalten natürlich Social Media zu nutzen. Das ist preislich mit normalen Providerageboten für 10 – 25 EUR pro Monat abbildbar.

Was bei der Datenhaltung zunächst sehr aufwändig klingt, lässt sich in der Praxis recht einfach durchführen. Die Posts landen sowieso in den sozialen Netzen. Von dort aus kann man eventuelle Interessenten sehr leicht mit gängigen Techniken in den normalen Trichter des Online Marketing überführen: Interessenten, Kommentare, Reaktionen. Auch lassen sich diverse Funktionen, etwa vom eigenen Blog, mit dem Handy als Schaltstelle bedienen. Blogbeitrag oder Foto erstellen, mittels automatischer Funktionen in soziale Netze weiterreichen und in sozialen Netzen nur noch die Reaktionen abfischen. Im Idealfall reagieren die Nutzer sogar auf dem eigenen Blog und sorgen so für die bei Google gerne gesehene Einzigartigkeit der Inhalte.

Man ist und bleibt Herr über die wichtigsten Daten, tut etwas Positives für sein eigenes Online Marketing und füttert nicht soziale Netze mit Daten, die sie nichts angehen. Diese Vorgehensweise erscheint mir um so angebrachter, je interessanter die Kunden sind und je schützenswerter die Geschäftsbeziehungen sind. Wie man das im Online Marketing geschickt aufbauen kann, zeigen wir in unseren Seminaren.

Organische Reichweite in Social Media

Wer dachte, es gäbe den Begriff der organischen Reichweite nur bei den normalen Ergebnissen von Suchmaschinen, muss bei Social Media umdenken. Auch dort gibt es eine organische Reichweite – nämlich die Anzahl der Zuseher/Besucher von Einträgen und Beiträgen, ohne, dass zusätzlich Werbung gebucht wurde. Dies ist sogar recht wichtig im Online Marketing, da erfahrungsgemäß Werbeeinblendungen in sozialen Netzen nicht so toll funktionieren.

Facebook hat jetzt an seinem System einige Dinge geändert und entsprechend sind viele Facebook-Unternehmensseiten in der Zuschauerwahrnehmung abgesackt, es kommen weniger Besucher. Daran kann man erst einmal wenig ändern.

Ein kurzer Vorgriff zum Thema online Timing aus unseren Seminaren: Was man im Online Marketing sehr wohl ändern kann, ist die Steuerung seiner eigenen Beiträge. Hierzu ist eine Beobachtung des Publikumsverkehrs nötig. Wann, also an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten ist meine Zielgruppe unterwegs? Wer hier auf zusätzliche Daten aus einem normalen Internetauftritt zugreifen kann, hat schon sehr gute Indizien für ein sinnvolles Timing seiner Beiträge. Man muss die Leute einfach treffen, wenn sie gerade online und aufnahmebereit sind. Allerdings wird Facebook auch gerne vor oder nach der eigentlichen Arbeit mit dem Web aufgerufen. Entsprechend ist ein zeitlicher Zuschlag nötig.

Auch gilt es, Situationen mit zu hoher Konkurrenz auszuweichen. Wenn 10 Unternehmen binnen einer Stunde ähnliche Inhalte posten, teilt sich das Interesse der Besucher online entsprechend auf. Niemand kann mehr als 24 Stunden surfen und wird schnell Präferenzen entwickeln. Rein in die Lücke, ist dann die entsprechende Devise.

Mit einer genauen Analyse verschafft man sich die potentiell beste Zeit für viele Zuschauer und Besucher. Auch sind natürliche Posts oft wirksamer als aufgedrückte Werbeeinblendungen. Mehr dazu in unseren Seminaren zum Online Marketing.

 

Big Data

Was genau bewegt Kunden? Diese Frage wurde bislang – wenn überhaupt – aus dem Customer Relationship Management beantwortet. Dort kann man sehr gut sehen, wie das Bestellverhalten einzelner Kunden und Kundengruppen aussieht. Entsprechend kann man bereits bekannten Kunden maßgenschneiderte Angebote servieren.

Einen ganzen Schritt weiter geht Big Data. Unter diesem Schlagwort sammelt man Informationsquellen, welche zusätzlich verfügbar sind. Und dies können eine ganze Menge sein. Wie etwa verhalten sich Kunden bestimmter sozialer Gruppen im Allgemeinen? Was treibt sie an, kann man Analogien aus dem Verhalten der Gruppe ziehen und so einzelne Menschen gezielt ansprechen? Wenn 60 Prozent der Mittelschicht dies und das machen oder bestimmte Produkte einsetzen, kann man den restlichen 40 Prozent ähnliche Dienstleistungen oder Produkte verkaufen?

Sie merken schon, hier wird es etwas aufwändig. Statistische Erhebungen müssen vorhanden sein oder geschaffen werden. Man braucht überhaupt erst einmal Ideen, nach was zu suchen ist. Was ist typisch für Kundengruppen? Wie sauber kann man sozioökonomisch Kunden überhaupt zu bestimmten Gruppen zusammenfassen? Geht aber noch weiter. Versteht man Big Data als eine riesige Informationsquelle, kommen äußere Einflüsse hinzu. So hat das Wetter einen ziemlich großen Einfluss auf das Konsumverhalten, auch online. Bei schönem Wetter sitzen die Leute weniger am Rechner, sondern vielmehr in Cafes oder im Strandbad. Das ist noch einfach. Auch ist es einfach, bei dauerhaft schlechter Wetterprognose Regenkleidung zu verkaufen. Aber wie sieht es psychologisch bei den Kunden aus? Kauft man in der Oberschicht bei dauerhaft schlechtem Wetter eher bunte Kleidung oder Textilien mit sehr gedeckten Farben?

All dies sind Fragen, welche sich zu einem Gutteil noch mit gesundem Menschenverstand finden und sogar teilweise beantworten lassen. Schon 2005 habe ich in einer Hitzewelle spät nachts, wenn viele Menschen nicht schlafen können, im Kundenauftrag online Klimaanlagen verkauft. Dafür reichte noch ein Blick in die Wetteraufzeichnung vergangener Jahre nebst Vergleich zur Warenwirtschaft. Aber Big Data kann mehr, viel, viel mehr. Es ist Zeit, sich einmal Gedankenspiele über die Motivation, Gesellschaftsgruppen und äußere Einflüsse bis zum Onlinekauf zu erlauben.

Überzeugen statt Missionieren in sozialen Netzen

Wer ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung hat, kann sich in sozialen Netzen sehr gut positionieren. Voraussetzung ist jedoch, Anreize zu geben, damit der Kunde aus freien Stücken kommt. Wer missionarisch unterwegs ist, wird niemals den Erfolg haben, den man mit subtilerer Kundenansprache hat.

Natürlich gibt es auf diesem Planeten Gesetze, welche unumstößlich sind, etwa die Schwerkraft. Diese ist genau fassbar und kann sehr exakt berechnet werden. Überall, wo man anderer Meinung sein kann, wird es durch den Multiplikator Internet Menschen geben, welche völlig verquere Meinungen zum Funktionieren von Wirtschaft, persönlichen Beziehungen oder auch dem besten Auto der Mittelklasse und dessen bevorzugter Farbe haben. Nehmen wir als praktisches Beispiel einmal die ganzen Verschwörungstheorien. Diese Personen möchten aus welchen Gründen auch immer an ihre eigene Realität glauben. So soll das World Trade Center aus besonders hitzeresistentem Stahl gebaut worden sein, der weit über 2.500 Grad Celsius aushält. Den gibt es nicht, kann es nicht geben. Trotzdem haben die Menschen ihr Beharrungsvermögen. Hier aufklärerisch tätig zu werden, ist sinnlose Zeitverschwendung.

Auch, wenn Sie als Unternehmer ganz genau wissen, dass eine wunderbare Geschäftsmöglichkeit vorhanden ist – ein möglicher Kunde kann vollkommen anders ticken und beispielsweise die Gelegenheit nicht erkennen oder nicht wahrnehmen wollen. Warum das so ist, ist im Web irrelevant. Jetzt kann man in trauter Runde das rhetorische Wissen anwenden, um doch noch einen Verkauf zum gegenseitigen Nutzen einzuleiten. In der Öffentlichkeit, in sozialen Netzen, ist diese Vorgehensweise für genau diesen Kundentypus meist nicht zielführend. Alleine schon die öffentliche Diskussion um das Für und Wider lenkt viel zu sehr von Informationen und Fakten ab. Eher sollte man sich auf die Kunden konzentrieren, welche schon eine mögliche Affinität zur angebotenen Dienstleistung oder dem angebotenen Produkt haben. Diese Affinität kann man mit den richtigen Mitteln durchaus steigern.

Eine Konzentration auf bestimmte Kundengruppen ist sinnvoll. Locker, authentisch, schildert man sein Produkt und geht auf Nachfragen souverän ein. Wenn zusätzlich noch Verkäufe bei interessierten Beobachtern ausgelöst werden, wird dies gerne mitgenommen.

Social Media: Otto reagiert souverän

Der Versandhändler Otto hatte durch eine Panne Gutscheine ins Netz gestellt, die beispielsweise ab einem Einkauf von 401 Euro bis zu 400 Euro Rabatt ermöglichten. Es musste eigentlich jedem Einlöser der Gutscheine klar sein, dass so etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Trotzdem verbreitete sich diese Aktion in Windeseile im Internet und online kamen zig Bestellungen herein.

Otto stornierte die Bestellungen und gab über Facebook ein kurzes, deutliches Statement nebst Entschuldigung ab. So weit, so gut und nachvollziehbar. Aber die Medien wären nicht die Medien, wenn sie dieses Thema nicht aufgegriffen hätten. Prompt redeten diverse Foren und sogar das Privatfernsehen über einen Shit-Storm, bevor dieser überhaupt irgendwie begonnen hätte.

Man darf durchaus vermuten, dass hier bewusst Öl ins Feuer gegossen wurde, um eine irgendwie geartete Kleinigkeit doch noch zu hypen und daraus seinen eigenen Profit zu ziehen. Kurz darauf kamen auch tatsächlich viele negative Kommentare auf, welche sich heftig ereiferten. Das Beispiel zeigt, wie aus einer kleinen Meldung mit Hebelwirkung der Medien doch noch ein großes Ereignis gemacht werden sollte.

Ich glaube, Otto hat völlig richtig und auch souverän reagiert. Fehler können passieren und eine kurze Erläuterung sowie eine Entschuldigung werden von den meisten Kunden problemlos akzeptiert. Die vereinigte Billigjournaille und die Störenfriede in sozialen Netzen kann man eh nicht überzeugen – also belässt man es dabei und kümmert sich nicht weiter um die entsprechenden Kandidaten. Jede Argumentation verschlingt nur Zeit, Geld und hält das künstlich aufgebaute Empörungsschema noch weiter am Kochen. Die „Empörten“ jedenfalls dürften zum großen Teil weder Bestandskunden sein, noch reguläre Neukunden werden. Also sind sie irrelevant und die große Mehrheit der vernünftigen Nutzer sowie auch Kunden sollte langfristig dieses Ereignis adsorbieren. Online Marketing heißt im Zeitalter sozialer Netze eben auch, zu wissen, wann man als ehrliches Unternehmen Souveränität zeigen muss.

Allerdings wäre es wohl schlauer gewesen, allen stornierten Bestellern einen Gutschein von meinetwegen 10 oder 20 Euro zukommen zu lassen, damit man die Vernünftigen unter ihnen noch in Kunden umwandeln könnte ;-).

Social Media – wenig Kaufbeeinflussung

Nach einer Studie von Forrester Research beeinflusst Social Media weniger als 1 Prozent der direkten, schnellen Kaufentscheidungen, siehe auch diesen Artikel. In der Praxis ist dieser Wert nachvollziehbar. Für direkten Umsatz bringt Social Media vergleichsweise wenig, da das Kaufverhalten von etwa Facebook-Benutzern in der Summe deutlich schlechter ist und vom Volumen her überhaupt nicht mit „klassischen“ Internetshops mithalten kann. Entsprechend vorsichtig agieren viele Firmen für den eventuellen Aufbau eigener Facebook-Shops. Mit Recht, denn nach wie vor sind die absoluten Umsatzbringer Webshops, Verkaufsportale (Amazon, ebay…) und Preisvergleiche. Trotzdem bietet Social Media hoch interessante Ansätze für sehr breit gestreute PR-Maßnahmen.

Es geht sich also weniger um einen aggressiven, sofortigen Verkauf, sondern um einen langfristigen Imageaufbau. Erst, wenn dies geleistet ist, kann man über eingestreute Angebote reden. Der mögliche Kunde braucht immer erst das Vertrauen „da kann ich problemlos kaufen, die haben einen guten Service“.