Training und Ausbildung in Deutschland nicht flächendeckend zertifiziert

Online Marketing ist immer noch vergleichsweise neu. Zwar gibt es diesen Beruf schon seit mehr als 10 Jahren, jedoch ist bislang noch recht wenig in offizielle Ausbildungspläne eingeflossen. Das hindert diverse Marktteilnehmer jedoch nicht daran, Zertifikate auszustellen – entweder als Verband, IHK, Einzelunternehmung oder Interessensgruppe.

Der Wert entsprechender Scheine ist in der Praxis höchst umstritten. Alleine schon im Bereich Suchmaschinenoptimierung gibt es fortlaufende Weiterentwicklungen, die einen Status Quo zum Zeitpunkt eines Tests schnell entwerten. Was früher noch als erfolgreiche Maßnahme galt, ist heute hinfällig oder sogar kontraproduktiv. Ebenso bei Adwords sind kontinuierliche Erweiterungen im System gegeben, welche sich nur mit praktischer Arbeit am System dauerhaft auf einem Zertifikatslevel halten ließen.

Noch kritischer wird es bei Social Media. Hier verschieben sich massiv Marktanteile der Systeme (weg von bspw. VZ-Netzwerken) hin zu Facebook oder mobil-basierten Plattformen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Akteure bei Social Media zuvor in vollkommen anderen Branchen tätig war, etwa Coaching oder Beratung. Oft fehlt es am grundlegendsten Wissen um die Vergleichbarkeit von Werbeeffizienz mit anderen Plattformen und technisches Hinergrundwissen über Wechselwirkungen von Online-Systemen.

Bei der Bewertung von Zertifikaten oder Ausbildungen ist daher immer die Frage nötig, wer genau das Zertifikat mit welchen Interessen ausgestellt hat, welchen tatsächlichen Kenntnisstand der Dozent hatte und wie alt das entsprechende Zertifikat ist. Zu schnell ändern sich Märkte, als dass man mit einem älteren Titel die heutigen Anforderungen bestehen könnte. Was nötig ist: Praxis, Praxis und nochmals Praxis.

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